Höchste Zeit für dieses Projekt: Die direkte und sichere Kommunikation zwischen Pflegediensten und ärztlichen Praxen hilft allen!

Die Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland steigt. Da die Mehrheit in ihrem häuslichen Umfeld versorgt wird, kommt der ambulanten pflegerischen Betreuung eine hohe Bedeutung zu. In diesem Arbeitsfeld herrscht zurzeit leider ein Fachkräftemangel. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterliegen einem großen Zeit- und Arbeitsdruck, so dass Entlastung vonnöten ist.

Hier kommt die Digitalisierung sowie das Modellprojekt „Docs & Care Network“ ins Spiel, das vom GKV-Spitzenverband im Rahmen des Modellprogramms zur Einbindung der Pflegeeinrichtungen in die Telematikinfrastruktur nach § 125 SGB XI gefördert wird.

Die Verbesserung der Kommunikation zwischen den Gesundheitsakteuren hat zum Ziel eine optimierte pflegerische und medizinische Versorgung zu erreichen. Gleichzeitig sollen Aufwand und Kosten bei Pflegediensten und ärztlichen Praxen gesenkt werden, sodass alle davon profitieren.

Lesen Sie auf den nachfolgenden Seiten, wie dies im Einzelnen geschieht.

Digitalisierung hilft!

Das Ziel einen strukturierten elektronischen Datenaustausch zwischen Pflegedienst und ärztlichen Praxen zu schaffen, soll Abläufe effizienter gestalten, doppelte Erhebungen vermeiden, Übertragungsfehler unterbinden und Therapieentscheidungen erleichtern.

Die Vorteile von KIM in der Pflege: Das Praxisbeispiel aus Overath

Erfahre von beteiligten Fachleuten (Simon Maria Kremer – Projektmanager bei Lebensbaum, Dr. med. Thomas Aßmann sowie Jacquelin Wahlen – Praxisanleitung und Christoph Kohl – Pflegefachkraft und Leitung Demenz-Wohngemeinschaft) über ihre Erfahrungen mit "Docs & Care Network". In diesem Video teilen sie ihre Perspektiven und berichten darüber, wie "Docs & Care Network" ihre täglich Arbeit verändert und verbessert hat.

Steigerung von Effizienz und Behandlungsqualität durch Digitalisierung

Die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in ihrem häuslichen Umfeld liegt zum einen im (haus-)ärztlich medizinischen, zum anderen im pflegerischen Bereich. Beim Kontakt zwischen ärztlichen Praxen und (ambulantem) Pflegedienst kommt es in der Regel zu Kommunikations- und Medienbrüchen. Daten werden digital erfasst, analog übertragen, erneut digitalisiert und jeweils individuell archiviert, teils bei mehrfach wiederholten Kontaktversuchen.

Stattdessen kann eine nahtlose Einbindung der Akteure in eine gemeinsame digitale Infrastruktur hier vieles vereinfachen. Administrative Tätigkeiten und der hohe verpflichtende Dokumentationsaufwand im Hinblick auf Leistungsabrechnung und Qualitätsmanagement sollen signifikant reduziert werden.

Zudem sollen Übertragungsfehler in der Informationsweiterleitung und dadurch Missverständnisse in der Behandlung sowie fehlerhafte Therapieentscheidungen vermieden werden.

 

Mehr Versorgungsqualität bei geringerem Aufwand

Die ambulante Pflege übernimmt je nach Bedarf und Pflegegrad der Patientinnen und Patienten verschiedene Aufgaben: zum einen die pflegerischen Maßnahmen der Grund- und Behandlungspflege, zum anderen auch ärztlich delegierte, verordnete Leistungen wie z. B. die Verabreichung von Medikamenten nach Medikationsplan.

Zusätzlich erhebt der Pflegedienst teils vergütet, teils unvergütet Vitaldaten zur gezielten Dokumentation des Krankheitsverlaufes der zu Betreuenden. Diese Daten werden erfasst, verwaltet, mit der jeweiligen IT-Lösung synchronisiert, ausgedruckt und zumeist per Fax mit den ärztlichen Praxen ausgetauscht sowie archiviert. Dieses aufwendige und fehleranfällige Procedere kann maßgeblich vereinfacht und sicherer gemacht werden.

Im Rahmen des Projektes werden Daten bei der Erfassung direkt mittels der Telematikinfrastruktur übermittelt und stehen allen Beteiligten sofort zur Verfügung. Das Ziel ist es, die Versorgungsqualität zu erhöhen, die Fehlerquote und den Aufwand zu senken sowie dadurch gleichzeitig Zeit bei der Übertragung einzusparen.

Mehr Zeit für Patientinnen und Patienten

Interne Abfragen haben ergeben, dass administrative Tätigkeiten und der hohe verpflichtende Dokumentationsaufwand bei Leistungsabrechnung und Qualitätsmanagement heute etwa 20 % der eigentlichen pflegerischen Arbeitszeit einnimmt. Das Internet befragt, ergeben sich Angaben, die weit darüber liegen. Diese Kapazitäten sollten besser für die Versorgung von Patientinnen und Patienten eingesetzt werden.

Und das ist ganz einfach: Innerhalb des Modellprojektes wird durch eine stärkere digitale Einbindung der ambulanten Pflege in eine einheitliche, auf Gesundheitsdaten basierende Kommunikation die Verbindung mit den hausärztlichen Praxen optimiert. Die Daten werden dabei digital und sicher über die Telematikinfrastruktur übertragen. Beide Gesundheitsakteure erhalten schon in der Projektphase eindeutige und lückenlose Informationen, die bedarfsgerecht und zeitnah übermittelt werden.

All dies kann die medizinische und pflegerische Versorgung sicherer und engmaschiger machen. Es können Missverständnisse durch fehlerhafte Kommunikation und Behandlungsrisiken vorbeugt werden.